Mann mit Brille und beginnender Glatze im braunem Sakko mit weißem Hemd hinter dem Podium.

Franz Josef Czernin

Foto: Erich Malter

Biografische Daten

Übersetzte Sprachen

Englisch

Teilnahmen

2004, 2021

Jurymitglied

2005, 2007, 2009

Preisträger in

Übersetzte Autoren

William Shakespeare

Lebenslauf

Geboren 1952 in Wien. 1971–73 Studium an der Indiana University in Bloomington, USA. 1988 Lektor ebenda. Seit 1989 Entwicklung der Computer-Software POE (Poetic Oriented Evaluations) zur wissenschaftlichen Analyse und dichterischen Produktion poetischer Texte. 1993/94 Grazer Stadtschreiber. Lebt seit 1980 überwiegend in Rettenegg, Steiermark. Franz Josef Czernin ist ein Meister der Gründlichkeit, systematisch erkundet er in seinem Werk das Verhältnis von Sprache und Denken, Dichtung und Erkenntnis. Seit jeher begleitet er seine dichterische Arbeit durch poetologische Reflexion. Das poetische (metaphorische) Denken unterscheidet sich vom philosophisch-theoretischen v.a. durch seine Übertragbarkeit. Czernin fasst den Begriff der „Übersetzung“ entsprechend weit. In „Elemente. Sonette“ überträgt er das Goethe-Sonett „Die Zweifelnden, die Liebenden“ in verschiedene Urstoffe (Erde, Wasser, Feuer, Luft). William Shakespeares „Sonnets. Übersetzungen“ ist eine der umstrittensten (und am wenigsten verstandenen) deutschsprachigen Shakespeare-Übersetzungen. Czernin bezeichnet sie als „Übertragung einer Übersetzung“: eine Übersetzung zweiten Grades, die ihre eigenen Voraussetzungen bewusst reflektiert. Gegenwärtig übersetzt er aus dem Amerikanischen Gedichte von J.H. Prynne. (A.LS.)

Auszeichnungen

Buchprämie des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst (1980, 1985 und 1992), Staatsstipendium des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst für Literatur (1983 und 1994), Dramatikerstipendium des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst (1994), Projektstipendium des Bundesministeriums für Wissenschaft, Verkehr und Kunst (1996), Preis der Stadt Wien für Literatur (1997), Projektstipendium des Bundeskanzleramts für Literatur (1997 und 1998), Heimito-von-Doderer-Literaturpreis (Sonderpreis für literarische Essayistik, 1998), Anton-Wildgans-Preis der österreichischen Industrie (1999), Heimrad-Bäcker-Preis (2003), Literaturpreis des Landes Steiermark (2004), Georg-Trakl-Preis für Lyrik, Österreichischer Staatspreis für Literaturkritik (2007), Magus-Preis der Gesellschaft der Westfälischen Kulturarbeit (2011), H.-C.-Artmann-Preis (2012), Ernst-Jandl-Preis (2015).

Übersetzungen

  • Shakespeare, William: „Sonnets. Übersetzungen“, Hanser, München, 1999
  • „zungenenglisch. visionen. varianten“, Hanser, München 2014
  • „reisen, auch winterlich“, Gedichte, Hanser, München 2019

Eigene Werke

  • „Natur-Gedichte“, Hanser, München 1996
  • „Apfelessen mit Swedenborg. Essays zur Literatur“, Grupello, Düsseldorf 2000
  • „Elemente. Sonette“, Hanser, München 2002
  • „Das Labyrinth erst erfindet den roten Faden“, Hanser, München 2005
  • „staub.gefässe“, Gesammelte Gedichte, Hanser, München 2008
  • „Das telepathische Lamm. Essays und andere Legenden“, Klever, Wien 2011
  • „Metamorphosen. Die kleine Kosmologie“, Droschl, Graz 2012
  • „Der goldene Schlüssel und andere Verwandlungen“, Matthes & Seitz, Berlin 2018
  • „Das andere Schloss. Zu Märchen Grimms, Verwandlungen und anderen Dingen“, Matthes & Seitz, Berlin 2018