Frau mit dunklen langen Haaren und schwarzem Pullover steht vor Fensterfront

Monika Rinck

Foto: Gene Glover

Biografische Daten

Übersetzte Sprachen

Englisch, Ungarisch

Teilnahmen

2009, 2021

Jurymitglied

Preisträgerin

Übersetzte Autoren

István Kemény, Janós Térey, Sandor Tatár

Lebenslauf

Wer über ein „Begriffsstudio“ gebietet, der kann riesige poetische Sprachvorräte anlegen. Monika Rinck, die vielseitig begabte Dichterin und Essayistin, führt seit 1997 ein Wörter- und Traum-Tagebuch mit mittlerweile über 2.400 Eintragungen, das alltägliche Vokabel-Funde, Theoriebruchstücke und Sprachassoziationen auswertet – ein riesiger Fundus, aus dem die Autorin auch Anregungen für die eigenen Gedichte gewinnt. „Mein Denken“, so heißt es in einem ihrer Gedichte, „war eine abgeweidete Wiese mit Buckeln“. Dieses „bucklige Gefühl“ – so definiert sie es in ihrem Essayband „Ah, das Love-Ding!“ – meint die unerschöpfliche Neugier auf immer neue Denkfiguren aus der Psychoanalyse und der französischen Philosophie, die zu einer Poetik des Begehrens zusammengeführt werden sollen.

Die 1969 in Zweibrücken geborene und in Berlin lebende Monika Rinck ist eine der originellsten und eigensinnigsten Stimmen der neueren deutschen Literatur. Ihr vielseitiges Werk – neben Gedichten umfasst es Prosa und Essays, Hörspiele, Lieder, Zeichnungen sowie einen Theorie-Comic – überschreitet immer wieder die Grenzen von Poesie und Essayistik. Monika Rinck übersetzt aus dem amerikanischen Englisch mit Christian Filips und Uljana Wolf, aus dem Slowenischen mit Gregor Podlogar, aus dem Schwedischen und seit nahezu zwanzig Jahren aus dem Ungarischen mit Orsolya Kalász. In Erlangen werden die beiden Preisträgerinnen des Erlanger Literaturpreises für Poesie als Übersetzung 2021 erstmals Auskunft geben über ihr ganz eigenes geheimes Verfahren. (A. LS.)

Auszeichnungen

Literaturpreis Prenzlauer Berg (2001), Stipendium der Stiftung Niedersachsen (2003), Förderpreis zum Georg-K.-Glaser-Preis (2004), Förderpreis zum Hans-Erich-Nossack-Preis, Literaturstipendium Lana (2006), Förderpreis zum Heimrad-Bäcker-Preis, Alfred-Gruber-Preis, Ernst-Meister-Preis für Lyrik (2008), Arno-Reinfrank-Literaturpreis (2009), Berliner Kunstpreis Literatur (2012), Peter-Huchel-Preis (2013), Tübinger Stadtschreiberin (2014), Kleist-Preis, Heimrad-Bäcker-Preis, Liliencron-Dozentur für Lyrik (2015), Pfalzpreis für Literatur (2016), Ernst-Jandl-Preis (2017), Roswitha-Preis, Preis der Stadt Münster für Internationale Poesie (2019), Folker Skulima Preis (2020), Berliner Literaturpreis (2021), Erlanger Literaturpreis für Poesie als Übersetzung, zus. mit O. Kalász (2021).

Übersetzungen

  • Tatár, Sandor: „Endlichkeit mit bittrem Trost“, Gedichte, pernobis ed., Berlin 2006
  • Térey, Janós: „A Nibelung-Lakópark – Nibelungen Wohnpark“ , für das Internationale Theaterinstitut, Berlin 2006/2007
  • Kemény, István: „Nützliche Ruinen / Célszerü romok“, Gedichte, übersetzt mit Orsolya Kalász, Gutleut, Frankfurt/M., Weimar 2007
  • Térey, Janós: „KaltWasserKult“, Gedichte, übersetzt mit Orsolya Kalász, Solitude, Stuttgart 2007
  • Winkler, Ron (Hrsg.): „Schwerkraft. Junge amerikanische Lyrik“, Jung und Jung, Salzburg 2007
  • Harcos, Bálint: „Naive Pflanze“, Erzählung, übersetzt mit Orsolya Kalász, Akademie Schloss Solitude, Stuttgart 2008
  • Riding, Laura: „PARA-Riding”, Gedichte, zusammen mit Monika Rinck, roughbooks, Solothurn 2011
  • Gerevich, András: „Teiresias’ Geständnisse“, Gedichte, übersetzt mit Orsolya Kalász, Akademie Schloss Solitude, Stuttgart 2013
  • Tóth, Kinga: „Allmaschine“, Gedichte, übersetzt mit Orsolya Kalász, Akademie Schloss Solitude, Stuttgart 2014
  • Kemény, István: „ein guter traum mit tieren“, Gedichte, übersetzt mit Orsolya Kalász, Matthes & Seitz, Berlin 2015
  • Nemes, Márió Z.: „Puschkins Brüste“, übersetzt mit Orsolya Kalász, Akademie Schloss Solitude, Stuttgart 2016
  • Kemény, István: „Ich übergebe das Zeitalter“, Gedichte, übersetzt mit Orsolya Kalász, Reinecke & Voß, Leipzig 2019

Eigene Werke

  • „Neues von der Phasenfront. Gegenstand: unproduktive Phasen. Theorie-comic“, b_books, Berlin 1998
  • „Begriffstudio 1996–2001“, ed. sutstein, Berlin 2001
  • „Verzückte Distanzen“, Gedichte, zu Klampen!, Springe 2004
  • „fumbling with matches. Herumfingern an Gleichgesinnten“, SuKuLTuR, Berlin 2005
  • „Ah, das Love-Ding! Ein Essay“, KOOKbooks, Idstein/Berlin 2006
  • „zum fernbleiben der umarmung“, Gedichte, KOOKbooks, Idstein/Berlin 2007
  • „Helle Verwirrung / Rincks Ding- und Tierleben“, Gedichte / Texte und Zeichnungen, KOOKbooks, Idstein/Berlin 2009
  • „PARA-Riding. Laura (Riding) Jackson, Christian Filips und Monika Rinck“, Gedichte, Essays, Übersetzungen, Roughbook 015, Berlin und Solothurn 2011
  • „Helm aus Phlox. Zur Theorie des schlechtesten Werkzeugs“, zus. mit A. Cotten, D. Falb, H. Jackson und S. Popp, Merve, Berlin 2011
  • „Honigprotokolle. Sieben Skizzen zu Gedichten, welche sehr gut sind“, kookbooks, Berlin 2012
  • „Hasenhass. Eine Fibel in 47 Bildern“, Peter Engstler, Ostheim/Rhön 2013
  • „I am the Zoo / Candy – Geschichten vom inneren Biest“, Peter Engstler, Ostheim/Rhön 2014
  • „Risiko und Idiotie. Streitschriften“, kookbooks, Berlin 2015
  • „Wir“, Essay, Verlagshaus Berlin 2015
  • „Champagner für die Pferde. Ein Lesebuch“, S. Fischer, Frankfurt a. M. 2019
  • „Alle Türen“, Gedichte, kookbooks, Berlin 2019
  • „Wirksame Fiktionen“, Lichtenberg-Poetikvorlesung, Wallstein, Göttingen 2019
  • „Heida! Heida! He! Sadismus von irgend etwas Modernem und ich und Lärm! Fernando Pessoas sensationistischer Ingenieur Álvaro de Campos“, Das Wunderhorn, Heidelberg 2019